handwerk Schleswig-Holstein e.V.

Das Handwerk - Die Wirtschaftsmacht von nebenan

Digitalisierung und Cybersicherheit stehen beim Handwerk im Fokus

Kiel - Auf dem Sommerempfang des Verbandes Handwerk Schleswig-Holstein e.V. standen heute die Themen Digitalisierung und Cybersicherheit im Fokus. Präsident Thorsten Freiberg (Foto links) sagte: „Das ist für unsere rund 7500 Mitgliedsbetriebe im Land ein elementares Thema, mit dem sie sich jeden Tag auseinandersetzen.“ Dr. Timo Hauschild vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ging in seinem Fachvortrag auf die „digitale Verwundbarkeit von Unternehmen“ ein, die sich zunehmend erhöhe. Er appellierte an die Betriebe, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Vor rund 130 Gästen in der Business Lounge der Sparkassen Arena legte Dr. Hauschild dar, dass eine nachhaltige Informationssicherheit notwendig sei und erinnerte an Vorfälle wie WannaCry oder NotPetya im vergangenen Jahr. Diese hätten gezeigt, wie erheblich Auswirkungen auf Unternehmen und andere Anwender sein können. Die zunehmende Vernetzung mache eben auch Handwerksunternehmen zum Ziel von Hackerangriffen, Schadsoftware, Phishing und anderen Cyberattacken. Dr. Hauschild mahnte Unternehmen, geschäftsnotwendige Daten vor Diebstahl oder Vernichtung zu schützen. Als nationale Cyber-Sicherheitsbehörde stehe das BSI in der Allianz für Cybersicherheit den Unternehmen des Handwerks als kompetenter Ansprechpartner zur Seite und helfe Betrieben konkret weiter.

Für Thorsten Freiberg war das Thema des Abends nicht zufällig gewählt: „Die digitale Entwicklung mit allen Chancen, aber auch Risiken, schreitet rasend schnell voran. Wir als Verband wollen uns verstärkt mit dem Thema Cybersicherheit widmen, weil wir der Überzeugung sind, dass es ohne Sicherheit in den Informationstechnologien kein Gelingen der Digitalisierung geben wird.“ Ehemals analoge Geschäftsprozesse werden heute am Computer und mobil vor Ort abgewickelt, zuvor händisch gesteuerte Werkzeuge lassen sich über digitale Spezialprogramme bedienen. Im Zuge der digitalen Transformation entstünden so auch ganz neue Wertschöpfungsketten.

Freiberg sagte weiter: „Informationssicherheit ist eine strategische Aufgabe, die aus der Unternehmensstrategie und der Digitalisierungsstrategie abgeleitet werden muss. Sicherheit und Datenschutz sind keine reinen Technik-Themen, sondern Unternehmer-Themen und erfordern deshalb auch im Handwerk einer noch stärkerer Beachtung.“ Bisher seien erst etwa 50 bis 60 Prozent aller Handwerksunternehmen auf den verschiedenen Feldern wie Kundenbeziehung, Produktivität, digitale Angebote und IT-Sicherheit aktiv. „Hier können, müssen und werden wir zulegen, denn das sind in Zukunft existenzielle Bausteine für ein Unternehmen.“