handwerk Schleswig-Holstein e.V.

Das Handwerk - Die Wirtschaftsmacht von nebenan

Land will Meisterausbildung fördern: Daumen hoch dafür vom Handwerk!

Kiel – Der Landeshandwerksrat Schleswig-Holstein begrüßt den morgen im Parlament zu diskutierenden Antrag von CDU, FDP und Bündnis ´90/DIE GRÜNEN, die Landesregierung um ein Konzept zur Einführung einer Meistergründungsprämie im Norden zu bitten. Thorsten Freiberg, Präsident von Handwerk Schleswig-Holstein e.V., sagt heute dazu: „Wir sind froh, dass endlich Bewegung in diese Angelegenheit kommt und begrüßen die Initiative der Regierungsparteien ausdrücklich.“ Auch die konstruktive Unterstützung insbesondere seitens der SPD sorgt für Freude.      

Gleich aus mehreren Gründen setzen sich Thorsten Freiberg und Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck, seit langem für eine Meistergründungsprämie ein. Freiberg: „Der Meisterbrief ist auch heute noch ein Symbol für Qualität, Leistung und für sichere Arbeitsplätze. Dass der Weg dahin nicht leicht ist, schreckt viele junge Gesellinnen und Gesellen manchmal ab. Hier eine Erleichterung anzubieten und eine echte Motivation seitens des Landes zu schaffen, halten wir für sinnvoll.“ Die Meistergründungsprämie sei eine Investition in die Qualifikation von Handwerkern und könne einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung und zum Verbraucherschutz leisten.

Stapelfeldt: „Wir brauchen heutzutage mehr denn je junge, motivierte, risikobereite und vor allem qualifizierte Handwerkerinnen und Handwerker, die in die Lage versetzt werden, sich einen eigenen Betrieb aufzubauen oder einen der zahlreichen Betriebe im Land zu übernehmen, denen es an geeigneten Nachfolgern fehlt.“

Die Initiative von CDU, FDP und Grünen komme zum rechten Zeitpunkt, findet auch Freiberg, denn: „Der Fachkräftemangel steht nicht nur vor der Tür, wir sind schon mittendrin. Alles, was dem entgegenwirken kann, erfährt unsere große Zustimmung.“

Handwerksbetriebe zu sichern und die Gründung von neuen zu erleichtern, sei eine Kernaufgabe seines Verbandes, so Freiberg, und verweist beispielsweise auch auf das Meisterstipendium des Vereins zur Förderung des Schleswig-Holsteinischen Handwerks. So hat der Verein für das kommende Jahr zwei Meisterstipendien ausgeschrieben und will mit je 2400 Euro zwei Gesellinnen oder Gesellen auf dem Weg zum Meisterbrief finanziell unter die Arme greifen. Freiberg: „Auch das Handwerk selbst engagiert sich also in der Förderung und begrüßt das Anliegen der Politik, dies ebenso zu tun.“

Laut Jahresbericht der Handwerkskammer Lübeck sind rund 35% der Betriebsinhaber im Handwerk älter als 55 Jahre. Von diesen haben sehr viele noch keine Nachfolgeregelung getroffen. Stapelfeldt: „In der Praxis erleben wir sehr oft, dass Betriebsübergaben nicht rechtzeitig geregelt werden. Dabei geht es letzten Endes nicht allein um die Chefs, sondern auch um Tausende Arbeitsplätze, die in Gefahr sind, wenn es keine adäquate Lösung gibt.“