handwerk Schleswig-Holstein e.V.

Das Handwerk - Die Wirtschaftsmacht von nebenan

Schwarzer Dienstag für das Handwerk: Mögliche Diesel-Fahrverbote existenzbedrohend

Kiel - Das heutige Urteil zu möglichen Diesel-Fahrverboten wird beiHandwerk Schleswig-Holstein e.V. höchst kritisch gesehen. PräsidentThorsten Freiberg (Foto) kommentiert das Urteil wie folgt: „Alle Baumaschinenlaufen mit Diesel, und 80 bis 90 Prozent aller Handwerksfahrzeugesind Dieselfahrzeuge. Wenn denen der Betrieb untersagt wird, istdas für die Betriebe existenzbedrohend!“ Er appellierte zum einen an dieAutoindustrie, für Alternativen zu sorgen. Zum anderen an Städte undKommunen, auf Fahrverbote zu verzichten.

Freiberg weiter: „Bevor Fahrverbote verhängt werden, müssen vorher alle alternativen Maßnahmen voll ausgenutzt wordensein. Ein Fahrverbot kann wirklich nur die letzte Lösung sein.“

So fordert Handwerk Schleswig-Holstein den weiteren Ausbau von E-Mobilität und eine schadstoffreduzierende Verkehrsführung– etwa durch grüne Wellen, elektrisch oder mit Wasserstoff angetriebene Busse.

Es sei ein Witz, dass Dieselautos mit Euro 5-Norm, die noch als Neufahrzeug erhältlich sind, Fahrverbote drohen. Freiberg:„Nur 18 Prozent der Dieselautos auf unseren Straßen haben überhaupt die moderne Euro 6-Norm! Wenn Handwerkeralso vor zwei bis drei Jahren ihre Dieselautos im treuen Glauben gekauft haben, dass sie diese über die gesamte Nutzungsdauerauch fahren zu können, sind sie im Prinzip betrogen worden.“

Und egal, was jetzt an Kosten entsteht – diese dürfen nicht auf den Schultern der Handwerker abgeladen werden.Freiberg: „Das Ziel muss im Sinne einer sauberen Umwelt und eines gesunden Klimaschutzes sein, weniger Schadstoffeauszustoßen. Deshalb sehen wir hier vor allem die Hersteller in der Pflicht. Wir fordern eine Nachrüstung von Hardware!“