handwerk Schleswig-Holstein e.V.

Das Handwerk - Die Wirtschaftsmacht von nebenan

Handwerk: Mieten sinken nicht durch Preisbremse, sondern durch Neubau von Wohnungen!

Handwerk Schleswig-Holstein spricht sich für den grundsätzlichen Schutz von Mieterinnen und Mietern im Land und für Mieten aus, die für jedermann bezahlbar sind. Zur heutigen Diskussion im Kieler Landtag sagt Präsident Thorsten Freiberg aber auch klar: „Mit einer Mietpreisbremse funktioniert das nur leider nicht. Man kann nicht auf der einen Seite eine Maximalmiete fordern und auf der anderen Seite die Vorgaben und Restriktionen in der Landesbauordnung so ausufernd gestalten, dass unter diesen Umständen nicht kostendeckend gebaut werden kann.“

Die ganze Diskussion widerspreche sich in vielen Bereichen, führt Freiberg weiter aus: „Wenn ich für zum Beispiel 8,- Euro je Quadratmeter vermieten soll, bekomme ich in vielen Lagen nicht einmal den Grundstückskauf gegenfinanziert.“ Wenn dann noch Forderungen nach höheren Löhnen für die Beschäftigten im Baugewerbe laut würden, sei dies ein weiterer Faktor, der die Kosten nach oben treibe. „Klar“, so Freiberg, „haben wir aktuell einen Bauboom, aber wie lange hält das noch? Gerade im Wohnungsbau sehe ich die große Gefahr, dass dies für Bauherren und Investoren immer weniger attraktiv wird und so unter dem Strich weniger Wohnungen gebaut werden, als die Menschen im Land tatsächlich benötigen.“

Statt einer Mietpreisbremse benötige die Bau- und Wohnungswirtschaft dringend Baugrundstücke, „und hier sehen wir eine Verantwortung beim Land und den Kommunen, um gerade in den Städten Erweiterungsflächen zur Verfügung zu stellen, ob innerstädtisch oder zentrumsnah“. Selbst in kleineren Städten um die 20.000 Einwohner beobachte man aktuell einen steigenden Bedarf an Mietwohnungen, der oft nicht bedient werden könne. „Und dann greift wie überall der normale Marktmechanismus: Was begehrt ist und nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung, wird teurer.“

Das Gegenmittel: der Bau neuer Wohnungen. Freiberg: „Wenn wir in Deutschland schneller, unbürokratischer, effektiver und günstiger bauen könnten, hätten wir keine Probleme auf dem Wohnungsmarkt und würden diese Diskussion gar nicht führen müssen.“

Eine Mietpreisbremse löse das Problem nicht einmal im Ansatz und werde nicht einen Investor zum Bau einer weiteren Wohnung animieren, so Freiberg abschließend.