handwerk Schleswig-Holstein e.V.

Das Handwerk - Die Wirtschaftsmacht von nebenan

20. Februar 2020

Handwerk fordert von Land und Bund, den Fokus stärker auf die Wirtschaft zu richten

Neues Format für einen Traditionstermin: Mit kurzweiligen Talkrunden unterhielt der Parlamentarische Abend von Handwerk Schleswig-Holstein e.V. gestern Abend (19.02.2020) rund 100 Parlamentarier, Ministeriumsmitarbeiter, Gäste und Handwerker.  

Präsident Thorsten Freiberg sagte in seiner Begrüßung: „Unsere Unternehmen sorgen für Wertschöpfung, sichern Arbeitsplätze, bilden aus und zahlen Steuern. Mit Innovationen und anspruchsvollen Dienstleistungen tragen sie zur wachsenden Lebensqualität in unserem Land bei. Das verdient Wertschätzung. Ich erwarte von der Landes-, wie auch der Bundesregierung, dass sie die verbleibende Zeit der Legislaturperiode dazu nutzt, die Wirtschaft noch stärker in den Fokus zu rücken.“

Die Landesinnungsmeisterin der Bäcker, Maren Andresen, ging zunächst auf den von allen Seiten vielbeschworenen Bürokratieabbau ein, der jedoch von neu eingeführten Regelungen wie der Bonpflicht oder dem „Pottkiekergesetz“ bei Bäcker und Fleischer ad absurdum geführt werde. Andresen: „Unsere Landesregierung ist in Sachen Bürokratieabbau zumindest bemüht, aber in Berlin ticken die Uhren anders – viele Entscheider wissen offenbar nicht, was sie mit Gesetzen anrichten. Was unsere Betriebe brauchen, sind Verlässlichkeit und Planbarkeit – und keinen ständigen Aktionismus.“

Enno de Vries, Hauptgeschäftsführer des Installateur-Handwerks und des Metallgewerbes, sprach sich für mehr Anstrengungen bei der Gleichstellung von beruflicher und akademischer Ausbildung aus. „Wenn unsere Auszubildenden zu ihren Berufsbildungsstätten fahren, entstehen hohe Kosten für die Anreise und den Aufenthalt mit Übernachtungen. Hier muss der Staat im Sinne der Auszubildenden mehr tun. Sei es über ein Azubi-Ticket oder eine Entlastung bei den Übernachtungskosten. Denn die doppelten Haushaltskosten überfordern die jungen Menschen, sorgen für Frust und gefährden eine erfolgreiche Ausbildung.“

Das Kfz-Gewerbe steht aktuell vor einem enormen Umbruch – nicht nur wegen des Dieselskandals: Die Digitalisierung sowie Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffantrieb beschäftigen die Branche. Kfz-Vizepräsident Tim Schneider sagte: „Wir müssen in den nächsten Jahren hohe Investitionsvolumina stemmen, um den gesetzlichen Anforderungen auf der einen und den Ansprüchen unserer Kunden auf der anderen Seite gerecht zu werden. Aus- und Weiterbildung sind elementare Bestandteile, um die Kolleginnen und Kollegen auf dem Weg ins Jahr 2040 mitzunehmen.“